Abstract

Human storks tangled tracks

an artistic research project

My artistic research project develops cross species practices which aim to destabilize the anthropocentric idea of exclusive human subjectivity in the discipline of satellite-based animal tracking. The parametrical travelling with a migrating stork for the duration of one cycle of migration is the main part of my artistic practice. Both bird and human are equipped with a RDF-transmitter[1] and connected via telemetrical signals. The destination and the route between Westafrica and Europe are determinded by the avian participant. On the basis of being on the move together potential forms of intersubjectivity[2] between nonhumans and humans are being located. My tracks of being in the world are becoming temporarily distorted by avian flight ways. For the stork my performative presence incorporates a human willingness to listen to his/her articulations. With this in mind, following their flight ways means to propose and receive new identities. Through this sometimes productive, sometimes destructive mutual contamination subversive figures of “anthropo-zoo-genesis“[3] may come into being.

[1] A Radio Direction Finding Transmitter can measure via satellite the direction from which a received signal was transmitted.

[2] Despret, Vinciane: The Becoming of Subjectivity in Animal Worlds, Article in Subjectivity, Palgrave Macmillan Ltd, 2008, p. 135

[3] C.f. Despret, Vinciane: The Body We Care For: Figures of Anthropo-zoo-genesis, Article in Body & Society, SAGE Publications, London, Thousand Oaks and New Delhi, 2004

 

 

Zug_Vogel_Mensch

Künstlerisches Forschungsprojekt

Mein künstlerisch-wissenschaftliches Forschungsprojekt entwickelt eine artenübergreifende Praxis, die anstrebt, anthropogene Vorherrschaften zu unterlaufen. Anhand des gemeinsam In-Bewegung-Seins mit migrierenden Weißstörchen werden mögliche Ansätze einer subversiven Migration ausfindig gemacht. Das in der Welt sein in enger Verbindung mit der Perspektive eines Zugvogels zu praktizieren, destabilisiert anthropozentrische Konzepte wie Natur, Kultur, Grenze und Identität.

Ein Teil meiner Forschungspraxis ist das Reisen mit Weißstörchen für die Dauer eines Wanderzyklus. Den Zielort und die Route zwischen Westafrika und Europa bestimmen die nichtmenschlichen Teilnehmer*innen. Sowohl Vögel als auch Mensch sind mit einem Peilsender ausgestattet und über ein telemetrisches Signal miteinander verbunden. Einem Fadenspiel gleich bilden und lösen sich Figuren beider Reiserouten. Sich annähernde, auseinanderlaufende, sich deckende oder spiegelnde Linien in Landschaften erzählen von einem Geflecht temporärer humanimalischer und technoider Beziehungen. Entlang der Migrationsroute von Weißstörchen zwischen Westafrika und Europa möchte ich die Verbreitung eines euro- und anthropozentrischen Natur-Kultur-Dualismus untersuchen, der als Grundlage für speziesistische und rassistische Denkweisen gesehen werden wird[1] und maßgeblich Verhältnisse zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Lebewesen in Europa und Westafrika bedingt. Die künstlerischen Schwerpunkte meines Projektes finden sich sowohl im performativen Akt des parametrischen Reisens als auch im Durchwirken menschlicher und nichtmenschlicher Erzählstrukturen an Orten entlang der Reiseroute durch künstlerische Interventionen. In einer Ausstellung und einer dazugehörigen Publikation wird mit verschiedenen Formen der Sichtbarkeit von Beziehung zwischen Mensch-Zugvogel experimentiert. Zug Vogel Mensch ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt über die Improvisation der Begegnung an ungewöhnlichen Orten. Es wird versucht, eine artenübergreifende Beziehung als ein wechselseitiges und potenziell politisches Welterzeugen zu verstehen.
[1] Siehe Haraway, Donna: die Neuerfindung der Natur: Primaten, Cyborgs und Frauen, Campus Verlag, Frankfurt/Main, 1995