About darkness #1 and #2

2017
with Anna Pech

idealdarkness

About darkness #1

a video about the subtext of darkness
„The linguistic and ideal order of the cosmic dissolves in the darkness“
Videoloop, 01:15 min.

https://vimeo.com/album/5737695 password: matschke

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About Darkness #2

digitale Fotografien, 90x 60 cm

Kann man eine Fotografie mit einem Gedicht vergleichen? Wieso nicht. Beide Dinge können als poetische Äußerungen, als Poiesis verstanden werden. Sowohl der/die Fotograf*in als auch der/die Dichtende bedienen sich mit einer Absicht bestimmter Sprachen. Jedoch besitzt nicht jede Fotografie -und auch nicht jedes Gedicht- automatisch eine poetische Sprache. Viele Fotografien dienen einzig der Reproduktion vorhandenen Wissens. Ihr Zweck ist die Analyse und Bestätigung. Was für ein Bild entsteht, wenn ich Dinge fotografiere, die ich zuvor nicht sehe? Was bildet das in der Dunkelheit aufleuchtende Licht einer Taschenlampe ab? Ich fotografiere in Dunkelheit Pflanzen, deren Gestalt ich zuvor im kurzen Moment der Helligkeit sehe. Ich stelle die Behauptung auf, dass die Fotografie in Dunkelheit im Vergleich zur Fotografie in Helligkeit einen poetischen Mehrwert besitzt. Kann man poetisch fotografieren? „Das Nicht-Wissen ist keine Unkenntnis, sondern die schwierige Leistung des Überwindens der Kenntnis. Nur um diesen Preis ist ein Werk in jedem Augenblick ein reiner Beginn und seine Erschaffung eine Ausübung von Freiheit“ (Bachelard, 1987 S. 22). Ich tausche das von Gaston Bachelard benannte „Nicht-wissen“ mit „Nicht-sehen“ aus. Im Überwinden meines rationalen Sehens durch die Dunkelheit löse ich mich von der visuellen Reproduktion einer Wirklichkeit. Fortan dienen mir die Bilder meiner Erinnerung als poetisches Vokabular. „Wenn wir die Erinnerungen der Dinge heraufbeschwören, fügen wir Traumwerte hinzu; wir sind niemals wirkliche Historiker, wir sind immer ein wenig Dichter […]“ (ebd., S. 32).