Ausstellung in Linz

Storchenkostüm@Matschke.jpgTalentiert & Etabliert

7. Februar 2020 – 27. März 2020

Die Energie AG vergibt jährlich drei Förderpreise an junge Künstlerinnen und Künstler mit Bezug zu Oberösterreich. Als bedeutendem oberösterreichischen Infrastrukturkonzern sind der Energie AG diese
Auszeichnungen ein besonderes Anliegen.

Zusammen mit der Kunstuniversität Linz wird der „Energie AG Talenteförderpreis“, in Kooperation mit den OK Friends das „Traumstipendium“ und gemeinsam mit der Kulturdirektion des Landes Oberösterreich der
„Klemens Brosch Preis“ vergeben.

Die jungen Künstler zeigen eine breite Palette zeitgenössischer Kunst. Die Werke reichen von Bildern auf Glas, über eine Reisedokumentation mit Störchen, bis zu einer besonderen Büste. Dieses Selbstportrait ist
ein Kopf aus Vogelfutter und Fett, der im Sinne einer nachhaltigen Verwendung zur Nahrungsquelle von Vögeln wurde.

Als etablierten Künstler und Universitätsprofessor für Bildende Kunst / Plastische Konzeptionen – Keramik haben wir Frank Louis gewonnen. Der Keramikkünstler ist Vizerektor an der Kunstuniversität Linz mit
einem besonderen Zugang zu Wolken, die er dingfest macht.
Die Ausstellung wird am 6. Februar um 18.00 Uhr im PowerTower der EnergieAG eröffnet (mit Anmeldung)

 

Dauer der Ausstellung: 7. Februar 2020 – 27. März 2020

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (an Werktagen) von 09:00 bis 16:00 Uhr

Führungen:
11. Februar 2020 und 13. März 2020, jeweils 12:15 Uhr – 12:45 Uhr,
13. Februar 2020 und 3. März 2020, jeweils 16:00 Uhr – 16:30 Uhr.
und nach Vereinbarung unter +43 732 78 41 78 52555

Hinter königlichen Mauern

Meine Rückreise führt über Marokko, den Gibraltar nach Spanien. Bei einem Abstecher nach Fes versuchten Compañera Anna und ich gemeinsam Storch Redrunner einen Besuch abzustatten. Dieser aus Radolfzell stammende Weißstorch hat sich in Marokko nicht irgendein Winterquartier ausgesucht: Im königlichen Palastgarten von Fes verbringt er die kalten Tage unter Palmen.

Trotz hartnäckiger Erklärungsversuche wurde uns der Zutritt zum Jardin royale verwehrt und sogar das Auslesen des Loggers scheiterte an den dicken Mauern des Palastes.

Das nächste Mal werde ich mich direkt an den König wenden. Er hat sicher ein paar royale Storch-Geschichten auf Lager. Nichtsdestotrotz verbringen wir erholsame Tage in der nordafrikanischen Wintersonne bevor es in großen Schritten nach Deutschland /Österreich geht.

some lives, many deaths

“Die Daten weisen darauf hin, dass Twix in der Nacht zwischen 29.10. 20 Uhr UTC und 30.10. 02 Uhr UTC in Südmauretanien getötet wurde. Bei Abschalten des Loggers um 20:00 UTC lebte der Vogel noch, am nächsten Morgen bei Einschalten des Loggers befand sich dieser in unnatürlicher Seitenlage und 20km südöstlich des Schlafplatzes. Um 03:00 UTC erreichte er ein Haus in der Ortschaft Timbedra, wurde dann in den Folgetagen an verschiedene andere Stellen im Ort und wieder zurück getragen und einmal auf einen 40km weit führenden Ausflug nach Süden mitgenommen. Offensichtlich wurde er oft im Dunklen aufgehoben, die letzte Meldung mit bereits fast leerer Batterie erfolgte am 03.11. spätnachmittags. Ich interpretiere das als Abschuss durch einen Jäger.“ Wolfgang Fiedler, Max Planck Institut für Ornithologie.

Alle Störche_innen aus Kleinfischlingen sind gestorben. Das Fadenspiel hat drei ihrer essentiellen Fadenspinner*innen verloren. Nach so langer Zeit des simultanen Wegenetzhäkelns bin ich über den Tod einer Weißstörchin sehr traurig. Ich muss an Vinciane Desprets Gedanken zu Trauer denken: “Grief […] is a very particular process of learn[ing] to be affected in which the borders between self, world and other are profoundly problematized.“¹ Mit einem Zugvogel zu reisen heißt auch sich emotional zu binden. Die Leerstelle, die Twix hinterlässt, ist enorm. Es fällt mir äußerst schwer, die Erzählung um ihren Tod hin zu nehmen ohne ihr selbst weiter nach zu gehen.

¹: zitiert in Van Dooren, Thom, Flight ways, life and loss at the edge of extinction, 2016, Columbia University Press, S. 140